Objektberichte:

Zerklüftet, durchfeuchtet, salzbelastet

Die Sanierung denkmalgeschützter Bauwerke durch eine nachträgliche Horizontalsperre am Beispiel des Torhauses Bad Doberan

Aufsteigende Feuchtigkeit ist die häufigste Ursache für Durchfeuchtungen im Mauerwerk. Die effektivste Methode zur nachhaltigen Schadensbeseitigung ist die kapillare Verstopfung einer Mauerwerksebene durch eine nachträglich eingebrachte Horizontalsperre. So wird die kapillare Saugfähigkeit des Mauerwerks wirksam unterbunden und das Mauerwerk kann zum seiner natürlichen Ausgleichsfeuchte zurückkehren.
Dass dies mit hochwertigen Polyurethanharzen unter normalen Bedingungen hervorragend funktioniert, ist seit vielen Jahren nachgewiesen und Stand der Technik.
Wie sieht es jedoch aus, wenn das Mauerwerk zerklüftet, durchfeuchtet und zudem noch salzbelastet ist?
Dies wurde bei der Sanierung des Torhauses des Zisterzienserklosters Bad Doberan durch das Dahlberg-Institut für Diagnostik und Instandsetzung historischer Bausubstanz e.V. Wismar (DIW) untersucht. Dabei wurden Durchfeuchtungs- und Versalzungszustände vor und nach dem Einbau einer nachträglichenHorizontalsperre mit WEBAC® PUR-Injektionsharzen vor Ort und im Labor untersucht.
Die Klosteranlage in Bad Doberan ist eines der bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerke der norddeutschen Backsteingotik. Sie wird von einer Ringmauer umgeben, die ca. 1,4 km lang ist. Vier Tore gewähren Zugang, das Torhaus befindet sich am Westtor der Anlage und wurde im 13. Jh. errichtet. In seiner heutigen Form geht es auf das Jahr 1763 zurück.
Das Torhaus gründet auf einem uneinheitlichen Natursteinsockel, an den sich ein kurzes, klüftiges Mauerwerk sowie Ziegelmauerwerk anschließt. Die Wandstärke variiert zwischen 36 cm und 51cm. Die nachträgliche Horizontalsperre musste unmittelbar in der Fußbodenebene eingebracht werden, die teilweise im Bereich klüftigen Mauerwerks lag.
Dieses klüftige Mauerwerk wurde zunächst mit einem schnellschäumendem WEBAC® PUR-Injektionsschaumharz vorinjiziert. So wurden Hohlräume und Klüfte gefüllt und ein unkontrolliertes Abfließen des nachfolgend injizierten Polyurethanharzes verhindert. Die anschließende abdichtende Injektion erfolgte mit dem niedrigviskosen PUR-Injektionsharz WEBAC®1403.
Die Untersuchungen der Durchfeuchtungs- und Versalzungszustände des Mauerwerks wurden in einem Zeitraum von 42 Monaten durchgeführt – vor der Sanierung, unmittelbar nach der Injektion und 6 Monate nach der Injektion.
Hierzu wurden an drei festgelegten Messachsen 3 bis 8 cm lange Ziegelbohrproben (Bohrkerne) entnommen. Im Labor wurden Feuchtegehalt, Sättigungsfeuchte, Durchfeuchtungsgrade und Salzgehalt der Bohrkerne ermittelt. Gleichzeitig wurden an den Messachsen elektrische Messungen zur Feuchtigkeitsverteilung im Mauerwerk durchgeführt.
Dabei wurde festgestellt, dass der nachträgliche Einbau einer Horizontalsperre durch Injektion mit dem niedrigviskosen PUR-Injektionsharz WEBAC® bei Gesamtdurchfeuchtungsgraden bis 99% trotz stark zerklüftetem Mauerwerk möglich ist und eine deutliche Reduzierung der Wasserbelastung des Mauerwerks bewirkt. Die teilweise hohe Belastung mit hygroskopischen Salzen bleibt dabei ohne Auswirkung auf die Wirksamkeit des Injektionsmaterials.