Objektberichte: Risssanierung

Bobbahn Igls

Sanierung der Olympischen Bob-, Rodel- und Skeletonbahn, Innsbruck/Igls

Im Kurort Igls bei Innsbruck – am Fuße des Patscherkofels – wurde für die Olympischen Winterspiele 1976 eine kombinierte Bob-, Rodel und Skeletonbahn errichtet. Die Innsbrucker Olympiaorganisatoren erwirkten, dass erstmalig alle olympischen Bob- und Rodelwettbewerbe auf einer Bahn stattfanden. Dies stellte eine Pionierleistung bei der Entwicklung der olympischen Sportarten dar und beeinflusste die Zukunft des Skeletonsportes maßgeblich. Diese erste kombinierte Bahn der Welt war ein Musterbau für zukünftige Kunsteis-, Bob und Rodelbahnen. Nach diversen Umbauten in den Jahren 1981 und 1998 stand im Jahr 2004 eine Grundsanierung an. Der 1.270 m lange Eiskanal besteht komplett aus Ortbeton, in dem insgesamt 80 km Kühlrohre verlegt sind. Nach 28-jähriger Standzeit wurde eine Betonsanierung unumgänglich. Den Zuschlag für die Ausführung der Sanierungsarbeiten erhielt die Firma Koch GmbH aus Kreuztal, die auf Korrosions- und Oberflächenschutz spezialisiert ist. Das volle Ausmaß der Schäden zeigte sich erst, nachdem die gesamten Flächen durch Hochdruckwasserstrahlen vorbehandelt waren: Neben einer Vielzahl Korrosionsschäden an der Stahlbewehrung wies der Beton erhebliche Rissbildungen auf. Um auch zukünftig die hohen Lasten aufnehmen zu können war es notwendig die Risse kraftschlüssig zu verschließen. Eine Einzelrissbehandlung durch Injektion war bei dem Ausmaß der Schäden nicht mehr möglich, so dass eine Risstränkung der geschädigten Flächen durchgeführt wurde. Das eingesetzte Material WEBAC®4110 wurde so lange auf die geschädigten Bereiche aufgerollt, bis kein Material mehr in die Risse penetriert ist. Die großen Rissbreiten garantierten einen hohen Füllgrad, so dass ein ausreichend kraftschlüssiger Verbund hergestellt wurde. Um einen Haftverbund für den nachfolgenden mineralischen Reprofilierungsmörtel sicherzustellen wurden die behandelten Flächen mit feuergetrocknetem Quarzsand abgestreut. Nach Abschluss der Betonreprofilierung wurde die gesamte Fläche mit einem PCC-Feinspritzmörtel überzogen. Insgesamt wurden so rund 6.000 m² Betonoberflächen saniert. Dank WEBAC®4110 steht seit November 2004 ein rundherum erneuerter Eiskanal zur Verfügung, in dem die Wintersportler nun wieder mit bis zu 120 km/h zu Tal rasen können.