Objektberichte: Bauwerksabdichtung

Klinikum Hannover Nordstadt

Nachträgliche Horizontalsperre an zweischaligem Mauerwerk

Das Klinikum Hannover Nordstadt schaut auf eine über 100-jährige Geschichte zurück. Seit der Eröffnung 1895 ist das Nordstadtkrankenhaus durch Kriegsschäden, Neubauten und Ergänzungen ständigen Veränderungen unterworfen. Auch in diesem Jahr standen im Zusammenhang mit dem Neubau der Chirurgie umfangreiche Umbauten im Keller des Haupthauses an.
Die alten Ziegelmauern der Außenwände wiesen starke Schäden auf, die auf kapillar aufsteigende Feuchtigkeit zurückzuführen waren. In den betroffenen Kellerräumen war daher eine nachträgliche Horizontalsperre vorgesehen. Erschwerend kam hinzu, dass die Hohlschicht zwischen tragender Innenschale und dem Verblendmauerwerk auch unterhalb der Geländeoberkante, bis in den Bereich der Kellersohle reicht.
Zunächst entschied man sich, den Hohlraum in der Wand mit dem Gießschaumharz WEBAC®2260 zu verfüllen, um anschließend die eigentliche Horizontalsperre einzubauen. Mit dem Gießschaumharz wird eine druckfeste und geschlossenzellige Verfüllung erzielt, so dass ein Abfließen des Injektionsmittels in den Schalenzwischenraum verhindert wird. Der Schaum mit einer Druckfestigkeit von bis zu 1,8 N/mm² stellt einen ausreichenden Widerstand gegen den Injektionsdruck dar. Das Material wirkt gleichzeitig als Vertikalsperre und verhindert so dauerhaft das Eindringen von Feuchtigkeit in den Schalenzwischenraum. Als positiver Nebeneffekt verbessert sich zusätzlich der w-Wert der Außenwand durch die guten Dämmeigenschaften des Materials. So wird die Gefahr der Tauwasserbildung in den Räumen reduziert.
Die Firma Lömpel aus Neu-Isenburg, die mit der Ausführung der Arbeiten betreut war, stellte unmittelbar über der Kellersohle Bohrlöcher her, die bis in den Schalenzwischenraum reichten. In ca. 50 cm Höhe wurden weitere Öffnungen vorgesehen, so dass das Material lagenweise eingebracht werden konnte. Zusätzliche Öffnungen dienten zur Entlüftung und zur optischen Kontrolle der Verfüllung. Das Material erreichte in der gewählten Einstellung eine ca. 14-fache Volumenzunahme; so wurde die Hohlschicht bis in die Höhe der Geländeoberkante verfüllt.
Nach dem Aushärten des Gießschaumharzes wurde mit einem PUR-Injektionsharz die Sperre gegen kapillar aufsteigende Feuchtigkeit hergestellt.
Durch den Einsatz von Polyurethanharzen lassen sich auch anspruchsvolle Abdichtungsmaßnahmen wirtschaftlich lösen. Durch die Kombination von schaumbildenden und elastischen Harzen können sowohl Hohlräume als auch Kapillarporen dauerhaft gefüllt werden. Feuchtigkeitsschäden an erdberührten Bauteilen lassen sich so dauerhaft beheben.