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Risse und Hohlräume durch Setzungen

Die Sanierung des historischen Stadtgrabens in Eutin

Sanierungsmaßnahmen an städtischen Entwässerungssystemen zählen heute zu den vorrangigen Aufgaben vieler Kommunen. Häufig handelt es sich dabei um historische Bausubstanz.
In Eutin, im Naturpark Holsteinische Schweiz, führt die Stadtentwässerung zur Zeit umfangreiche Baumaßnahmen am örtlichen Entwässerungssystem durch. Neben zahlreichen Kanalneubauten wird auch das bestehende Kanalsystem ertüchtigt.
Eine besondere Herausforderung stellt dabei der gemauerte und durch jahrelange Setzungen stark beanspruchte Stadtgraben dar, der nicht nur den Kleinen und den Großen Eutiner See verbindet, sondern auch den wesentlichen Teil der historischen Eutiner Altstadt entwässert.
Der Stadtgraben ist ein teils künstlicher, teils natürlicher Kanal, der das Stadtgebiet vom sumpfigen Umland trennt, so dass die Stadt Eutin niemals Wälle oder eine Stadtmauer benötigte, um sich vor Feinden zu schützen. Im Zuge der geschichtlichen Entwicklung wurde der Stadtgraben nach und nach überbaut, so dass dieser förmlich von der Oberfläche verschwand und heute unterirdisch fließt. Ganze Straßen und Gebäude wurden nur wenige Dezimeter über den Gewölben des Stadtgrabens errichtet. Durch die zunehmende Bebauung nahm auch die Belastung des Baugrundes zu. Dadurch entwich allmählich das anstehende Porenwasser aus dem Korngefüge des Baugrundes. Dies führte zu Setzungen und einer Jahrzehnte währenden Konsolidierung des Baugrundes. Durch die Setzungen kam es zu Umlagerungen des gemauerten Gewölbes, die das Entstehen von Hohlräumen im Bauwerk ermöglichten und zu Undichtigkeiten führten. Die Undichtigkeiten und Hohlräume wurden sowohl im Sohlbereich als auch im Bereich der Seitenwände festgestellt. Dies hatte eine kontinuierliche Abminderung der Standsicherheit zur Folge.
Zu Beginn der Sanierungsarbeiten wurde der gemauerte Kanal teilweise umfangreich ausgesteift, um die Standsicherheit zu jeder Zeit gewährleisten zu können. Anschließend wurden die bestehenden Hohlräume zunächst mit einer Zementsuspension verfüllt. Die Frage, welches Material für die abdichtende Injektion unter diesen Bedingungen am besten geeignet ist, wurde unter Berücksichtigung des konkreten Schadensbildes und der spezifischen Materialeigenschaften entschieden.
Die Wahl des ausführenden Unternehmens fiel auf WEBAC® 1440. Dieses PUR Injektionsharz zeichnet sich besonders durch seine Feuchtereaktivität aus. Die Feuchtigkeit im Bauwerk führt zur Bildung vieler vollständig geschlossener Luftporen im ausreagierten Injektionsmaterial. Dadurch ist eine höchstmögliche Kombination aus Flexibilität und Dichtigkeit gegeben. So wurden nach dem Abbinden der Zementsuspension die Fugen des Mauerwerks und die Flächen zwischen verfüllten Hohlräumen und Gewölbe mit WEBAC® 1440 abgedichtet und zusätzlich verfestigt.
Die Injektionsarbeiten konnten trotz komplizierter und beengter Bedingungen erfolgreich durchgeführt werden.