Rückbau einer Bohrinsel, Kieler Bucht

In der Kieler Bucht befindet sich in 1.500 Metern Tiefe das Erdölfeld "Schwedeneck-See". Von 1984 bis 2000 wurde hier mittels zweier Förderplattformen Erdöl gefördert und über Pipelines an küstennahe Raffinerien transportiert. Nach 16 Jahren Betrieb nahm der Wasseranteil in der Förderung zu, was zur Einstellung des Betriebs führte. Anschließend sollten die Plattformen samt Sockel umweltgerecht zurückgebaut werden.

Hohlraumverfüllung
Rückbau einer Bohrinsel, Kieler Bucht

Für den Rückbau der Alpha-Plattform war es notwendig, das Eindringen von Wasser in den Betonsockel zu verhindern. Dazu mussten die vorhandenen Rohrleitungen im Schwimmkörper der Bohrinsel nachträglich abgedichtet werden. Die spezifischen Herausforderungen und durchgeführten Maßnahmen waren:

  • Abdichtung der Rohrleitungen: An den Enden der Rohrleitungen wurden Stahldeckel angeschweißt, um eine Basis für die Abdichtung zu schaffen.
  • Injektion mit WEBAC 151: Anschließend wurden die Hohlräume mit dem feuchtigkeitsreaktiven PUR Injektionsschaumharz WEBAC 151 verpresst. Die Bohrlöcher befanden sich in etwa 16 Metern Tiefe unter der Plattform. Für die Injektion waren insgesamt 60 Meter Hochdruckschlauch sowie eine Injektionspumpe mit entsprechender Förderleistung erforderlich. Der Verbrauch pro Bohrloch lag bei etwa 50 kg WEBAC 151.
  • Herausfordernde Bedingungen: Die Arbeiten wurden durch die lange Verpressstrecke, relativ niedrige Temperaturen (10–12  °C Wassertemperatur bei ca. 3 °C Lufttemperatur) sowie hohe Luftfeuchtigkeit (Sprühregen) und Windstärken von 5–7 erschwert.

Die Verpressarbeiten an der Alpha-Plattform dauerten vier Tage und wurden erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt wurden knapp 700 kg WEBAC 151 injiziert, 16.000 Tonnen Stahlbeton aus dem Meer geborgen und nach der Verpressung umweltgerecht zurückgebaut sowie für die Wiederverwertung aufbereitet.

 

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