Nachträgliche Horizontalsperre, Klinikum Hannover Nordstadt

Das Klinikum Hannover Nordstadt blickt inzwischen auf eine über 130-jährige Geschichte zurück. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1895 wurde der Gebäudebestand des Krankenhauses kontinuierlich erweitert, modernisiert oder nach Kriegsschäden instand gesetzt. Im Zuge der Errichtung eines neuen Chirurgie-Trakts 2005 fanden umfassende Umbauten im Kellerbereich des historischen Haupthauses statt. Die Außenwände bestehen aus einem zweischaligen Mauerwerk, typisch für die Bauweise der damaligen Zeit.

Mauerwerksabdichtung
Nachträgliche Horizontalsperre, Klinikum Hannover Nordstadt

Im zweischaligen Mauerwerk der Außenwände zeigten sich massive Feuchtigkeitsschäden, verursacht durch kapillar aufsteigende Nässe. Um den dauerhaften Schutz der Kellerräume zu sichern, war eine nachträgliche Horizontalsperre erforderlich. Eine zusätzliche Herausforderung stellte die Hohlschicht dar, die zwischen der tragenden Innenschale und dem Verblendmauerwerk auch unterhalb der Geländeoberkante bis zur Kellersohle reichte.

Zur Vorbereitung der Horizontalsperre wurde zunächst der Hohlraum mit dem Gießschaumharz WEBAC 2260 verfüllt. Dieses Material sorgt für eine druckfeste, geschlossenzellige Verfüllung, wodurch ein Abfließen des späteren Injektionsmittels in die Hohlschicht vermieden wird. Der Schaum bietet mit einer Druckfestigkeit von bis zu 1,8 MPa (N/mm²) genügend Widerstand gegen den Injektionsdruck. Gleichzeitig fungiert das Harz als Vertikalsperre und verhindert dauerhaft das Eindringen von Feuchtigkeit in den Schalenzwischenraum.

Bohrungen wurden direkt oberhalb der Kellersohle und in etwa 50 cm Höhe gesetzt, um das Material lagenweise einbringen zu können. Zusätzliche Öffnungen dienten zur Entlüftung sowie zur visuellen Kontrolle. Das eingesetzte Material WEBAC 2260 expandierte auf das bis zu 14-fache seines ursprünglichen Volumens und füllte die Hohlschicht bis zur Geländeoberkante vollständig aus.

Nach der Aushärtung des Schaumharzes wurde die eigentliche Sperrschicht gegen kapillare Feuchte mit einem Polyurethan-Injektionsharz eingebracht. 

Eingesetzte Produkte

  • PUR Gießschaumharze

    WEBAC® 2260/B60

    • Classic Line

    WEBAC 2260 ist ein langsam expandierendes, wärmedämmendes PUR Gießschaumharz. Es härtet zu einem druckfesten, nicht spröden Hartschaum mit feinporiger, geschlossener und hydrophober Struktur aus. Es wird zur Verfüllung von Hohlstellen, Spalten und Zwischenräumen, z. B. in zweischaligem Mauerwerk oder bei Rohrdurchführungen, eingesetzt und dient zugleich der Abdichtung.

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