Sanierung des Torhauses, Zisterzienserkloster Bad Doberan

Die Klosteranlage in Bad Doberan zählt zu den bedeutendsten mittelalterlichen Bauwerken der norddeutschen Backsteingotik. Die Anlage wird von einer etwa 1,4 km langen Ringmauer umgeben, die durch vier Tore zugänglich ist. 
Das Torhaus, das sich am Westtor der Anlage befindet, wurde im 13. Jahrhundert errichtet und erhielt seine heutige Form im Jahr 1763. Aufgrund seiner historischen Bedeutung und der kontinuierlichen Einwirkungen von Feuchtigkeit war eine umfassende Sanierung erforderlich.

MauerwerksabdichtungBaudenkmalpflege
Sanierung des Torhauses, Zisterzienserkloster Bad Doberan

Das Torhaus des Zisterzienserklosters Bad Doberan war stark von aufsteigender Feuchtigkeit betroffen, einer der häufigsten Ursachen für Mauerwerksdurchfeuchtung. Die effektivste Methode zur Schadensbeseitigung besteht in der kapillaren Verstopfung einer Mauerwerksebene durch eine nachträglich eingebrachte Horizontalsperre, um die kapillare Wasseraufnahme zu unterbinden.

Das Torhaus besteht aus einem uneinheitlichen Natursteinsockel, an den sich ein kurzes, klüftiges Mauerwerk sowie Ziegelmauerwerk anschließen. Die Wandstärke variiert zwischen 36 cm und 51 cm. Die Horizontalsperre musste in der Fußbodenebene eingebracht werden, die teilweise von stark zerklüftetem Mauerwerk durchzogen war. Die Abdichtungsmaßnahmen erfolgten in zwei Schritten: 

  1. Vorinjektion mit schnellschäumendem WEBAC PUR Injektionsschaumharz
    • Füllung von Hohlräumen und Klüften 
    • Verhinderung eines unkontrollierten Abfließens des Abdichtungsharzes
  2. Abdichtung mit niedrigviskosem PUR-Injektionsharz WEBAC 1403 
    • Gleichmäßige Verteilung im Mauerwerk 
    • Sicherstellung einer dauerhaften Abdichtung Untersuchungsmethoden und Ergebnisse 

 

Während sich diese Methode mit Polyurethanharzen unter normalen Bedingungen bereits bewährt hat, stellte sich die Frage, ob sie auch bei stark zerklüftetem, durchfeuchtetem und salzbelastetem Mauerwerk anwendbar ist. Diese Problematik wurde im Rahmen der Sanierung durch das Dahlberg-Institut für Diagnostik und Instandsetzung historischer Bausubstanz e.V. Wismar (DIW) untersucht.

Die Auswirkungen der Sanierungsmaßnahme wurden über einen Zeitraum von 42 Monaten analysiert. Die Untersuchungen erfolgten: 

  1. Vor der Sanierung 
  2. Unmittelbar nach der Injektion 
  3. Sechs Monate nach der Injektion 

An drei festgelegten Messachsen wurden 3 bis 8 cm lange Ziegelbohrproben (Bohrkerne) entnommen. Diese wurden im Labor auf folgende Parameter hin untersucht: 

  • Feuchtegehalt und Sättigungsfeuchte 
  • Durchfeuchtungsgrad des Mauerwerks 
  • Salzbelastung 

Zusätzlich wurden elektrische Feuchtemessungen zur Bestimmung der Feuchteverteilung im Mauerwerk durchgeführt. Die Untersuchungen bestätigten, dass die nachträgliche Horizontalsperre mit WEBAC PUR Injektionsharz selbst bei Gesamtdurchfeuchtungsgraden von bis zu 99 % eine effektive Abdichtung ermöglichte.

  • Die Wasserbelastung des Mauerwerks wurde signifikant reduziert. 
  • Die hohe Belastung mit hygroskopischen Salzen beeinträchtigte die Wirksamkeit des Injektionsmaterials nicht. 
  • Selbst stark zerklüftete Mauerwerksbereiche konnten erfolgreich abgedichtet werden. 

Diese Ergebnisse belegen die Zuverlässigkeit von PUR-Injektionsharzen bei der nachträglichen Bauwerksabdichtung historischer Bausubstanz und die langfristige Stabilisierung des Torhauses.

Eingesetzte Produkte

  • PUR Injektionsharze

    WEBAC® 1403

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