Verfestigung & Abdichtung, Mandelholztalsperre

Im Nordharz wurde ein weit verzweigtes System von Talsperren errichtet – ursprünglich zur Brauchwasserversorgung für den Bergbau, heute primär für den Hochwasserschutz und zunehmend auch zur regenerativen Energieerzeugung genutzt.
Eine dieser Anlagen ist das Mandelholz-Staubecken, das durch einen 28 m hohen Erddamm aufgestaut wird. Im Inneren des Dammes verläuft ein rechtwinklig angeordneter Kontrollstollen, der ursprünglich aus teils unzureichend verdichtetem Beton errichtet wurde. Im Laufe der Jahre kam es zu Undichtigkeiten und Wasserzutritten, die die Standsicherheit und Inspektionsfähigkeit des Stollens erheblich beeinträchtigten.
 

Risssanierung
Verfestigung & Abdichtung, Mandelholztalsperre

Um die Funktionalität des Mandelholz-Staubeckens zu erhalten, mussten Maßnahmen unter diesen Rahmenbedingungen getroffen werden:

  • Abdichtung gegen eindringendes Wasser
  • Gleichzeitige Verfestigung des porösen Betons
  • Durchführung bei niedrigen Temperaturen im Spätherbst – vor Einsetzen der nächsten Schneeschmelze

Die Bauzustandsanalyse zeigte, dass die Undichtigkeiten teilweise unter Wasserdruck standen und in feuchtem bis nassem Milieu lagen. Die Aufgabe bestand daher in einem kraftschlüssigen Verschluss der Risse sowie dem Füllen von Hohlstellen – und das bei Temperaturen bis +1 °C.

Regelwerkslage und Sonderlösung
Laut Richtlinie für Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen (Rili SIB, Teil 2, Tabellen 6.2–6.4) schließen sich unter strenger Auslegung der Regelwerke die Sanierungsziele und die Umgebungsbedingungen gegenseitig aus:

  • Kraftschlüssige Verfestigung ist bei feuchten bzw. nassen Rissen nicht vorgesehen.
  • Dehnfähige Abdichtung ist möglich, bietet jedoch keine Verfestigung
  • Arbeiten bei niedrigen Temperaturen sind nicht berücksichtigt.

Eine regelwerkskonforme Lösung schien unter diesen Umständen nicht umsetzbar. Es war daher notwendig, einen alternativen technischen Ansatz zu finden.

DIN EN 1504-5 als Lösungsweg
Die europäische Norm DIN EN 1504-5 bietet hier Spielraum. Sie erlaubt die freie Wahl der Injektionsmittel, solange deren Leistung den Anforderungen entspricht. Das Konformitätsnachweisverfahren 2+ (Bauregelliste B, Teil 1, Abschnitt 1.1.7.2) bestätigt die Anwendbarkeit solcher Produkte – unabhängig vom Materialtyp. Somit ist eine kraftschlüssige Injektion mit PUR-Harzen rechtlich zulässig, sofern die Leistung nachgewiesen ist.

Erfolg durch verfestigendes PUR-Harz
Bei der Sanierung des Kontrollstollens kam das verfestigende PUR-Injektionsharz WEBAC 1660 zum Einsatz. Das Material überzeugte durch:

  • Kraftschlüssiges Verschließen von Undichtigkeiten
  • Verfüllung von Hohlräumen im Beton
  • Unempfindlichkeit gegenüber Feuchte und niedrigen Temperaturen

Trotz widriger Rahmenbedingungen konnte die Sanierung erfolgreich abgeschlossen werden. Der Stollen ist heute wieder vollständig begehbar und erlaubt eine dauerhafte Überwachung des Dammbauwerks – trocken, sicher und stabil.
 

Eingesetzte Produkte

  • PUR Injektionsharze

    WEBAC® 1660

    • Classic Line

    WEBAC 1660 ist ein PUR Injektionsharz mit hoher Druckfestigkeit wie sonst bei EP Harzen üblich, zum statisch relevanten Verfestigen von Betonbauteilen und Mauerwerk. WEBAC 1660 ist ein CE-zertifiziertes PUR Injektionsharz mit hoher Druck- und Biegezugfestigkeit. Bei Kontakt mit Wasser schäumt es leicht auf, unter trockenen Bedingungen härtet es zu einem nahezu porenfreien, festen und wasserdichten Material aus. Es wird zum Abdichten, Verbinden und statisch relevanten Verfestigen von Beton und Mauerwerk, zum Verfüllen von Hohlräumen und Kiesnestern sowie zum kraftschlüssigen Verbinden von trockenen Hohlräumen in Bruchsteingefügen und Lockergestein eingesetzt.

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